Die verschiedenen Arten des Kaffee Kochens: Kaffeevollautomat, Kapselmaschine oder French Press

Bild von Kaffeebohnen, die aus einer Kaffeetasse gerutsch sind und symbolisch eine Bohne formenKaffee ist nach wie vor das beliebteste Getränk der Deutschen. Das Kaffee Kochen und die Zubereitungsarten sind dabei genauso vielseitig wie die Geschmäcker. Für jeden Geldbeutel und jede Gelegenheit gibt es das passende Zubehör und die passende Methode, um den richtigen Kaffee zu kochen. Jede hat so ihre Vorteile und Nachteile, sowohl im Geschmack, im Anschaffungspreis und im Aufwand beim eigentlichen Zubereiten des Kaffees als auch bei der Reinigung des Zubehörs. Benötigt man den Kaffee nur für eine Person, also tassenweise, oder gleich in größeren Mengen kannenweise, wie viel Zeit kann die Zubereitung in Anspruch nehmen und wie teuer darf die Maschine oder Kanne sein? Zählt einzig der Geschmack, spielen die Kosten pro Tasse eine Rolle oder steht das allgemeine Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund? Das alles spielt eine Rolle bei der Entscheidung für die neue Kaffeemaschine. Für Privathaushalte, das Büro und die Gastronomie gibt es dabei verschiedenste Varianten und die Wahl für das richtige Modell fällt oft schwer. Nachstehend ein Überblick über die relevantesten Arten des Kaffee Kochens, was sie unterscheidet und für wen sie geeignet sind.

Kaffeezubereitung damals und heute: Das klassische Aufbrühen

Die Art der Kaffeezubereitung hat sich seit ihren Anfängen im 15. Jahrhundert stark gewandelt. Vom einfachen Aufkochen einer Mischung aus Kaffeepulver, Wasser und Zucker über offenem Feuer bis hin zur Kaffeemaschine mit eingebautem Timer, damit morgens der Kaffee schon beim Aufstehen fertig ist. Unter passionierten Kaffeeliebhabern erfreut sich die Kaffeezubereitung des klassischen Aufbrühens nach wie vor großer Beliebtheit. Ob in der klassischen Filterkaffeemaschine, dem Handfilter aus Keramik oder einem Kaffeezubereiter wie der French Press, Kaffee aufbrühen soll zelebriert werden können, aber gleichzeitig einfach von der Hand gehen.

Einige Grundregeln bleiben jedoch gleich, egal wie der Kaffee zubereitet wird. Je frischer die Kaffeebohne geröstet und gemahlen ist, desto mehr Aroma enthält sie noch. Lagert Kaffee länger als 6 Monate, auch in Form der ganzen Bohne, dann verliert er bereits einen Großteil seiner Aromastoffe, die später im Kaffee fehlen. Große Mengen auf Vorrat zu kaufen empfiehlt sich also nicht unbedingt, lieber in kleinere, dafür frisch geröstete Portionen investieren. Ebenso verhält es sich mit dem Mahlen der Kaffeebohnen, idealerweise die benötigte Menge Kaffee direkt vor der Zubereitung mahlen, um das volle Aroma der Bohne auch im fertigen Kaffee genießen zu können.

Filterkaffeemaschine und Handfilter

Die klassische Filterkaffeemaschine hat auch heute noch einen festen Platz in vielen Küchen, da sie bereits ab einem relativ niedrigen Anschaffungspreis zu haben ist und auch für mehrere Personen schnell und unkompliziert eine Kanne Filterkaffee zaubert. Einfach fein gemahlenes Kaffeepulver – etwa die Konsistenz von Kristallzucker – in den Kaffeefilter geben und das heiße Wasser läuft automatisch tröpfchenweise durch den Kaffee. Für besonders anspruchsvolle Genießer gibt es Filterkaffeemaschinen in den verschiedensten Preisklassen, bis hin zur Designermaschine aus Edelstahl mit spezieller Brühtechnologie und Thermokanne. Ausgestattet mit einem Timer bereitet die Filterkaffeemaschine automatisch morgens den Kaffee, so dass einen der Duft von frisch gebrühtem Kaffee schon beim Betreten der Küche begrüßt.

In Deutschland war der Filterkaffee lange Zeit als altbacken verpönt und der Geschmack nicht gerade beliebt. Inzwischen geht der Trend wieder zur einfachen Tasse Kaffee ohne viel Schnickschnack. Auch der Handfilter, der Vorgänger der Filterkaffeemaschine, erlebt ein Comeback. Kaffeetrinker zelebrieren mit dem „pour over coffee“ das Brühen ebenso wie das Trinken. Mit einem Handfilter lassen sich nicht nur Kaffeemenge und Mahlgrad der Kaffeebohnen beeinflussen, sondern auch die Temperatur des Wassers und die Geschwindigkeit, mit der das Wasser über das Kaffeemehl gegossen wird. Mit der richtigen „brew ratio“ lässt sich mit einem Handfilter aus Keramik mit ganz einfachen – und preisgünstigen – Mitteln das Beste aus der Kaffeebohne herausholen.

French Press, Kaffeezubereiter und klassischer Mokka

BIld einer French Press zur Kaffeezubereitung

Ähnlich puristisch wie der Handfilter sind moderne, aber einfache Kaffeezubereiter wie die French Press. Kaffeepulver und Wasser werden als Direktaufguss in einer Kanne gemischt und ziehen dort etwa vier bis sechs Minuten. Ähnlich wie beim Mokka bleibt der Kaffeesatz in der Kanne und wird mit verschiedenen Techniken vom Kaffee getrennt. Bei der French Press oder Stempelkanne drückt ein Sieb an einem Kolben das Kaffeepulver nach unten und schließt es am Boden der Kanne ein, sodass oben Kaffee ohne Satz ausgeschenkt werden kann. Die meist aus Glas bestehende French Press ist schon für wenig Geld zu  haben und liefert dennoch einen aromatischen Kaffee, den inzwischen viele dem klassischen Filterkaffee vorziehen. Allerdings lässt sich der Kaffee hier nur schwer warmhalten oder muss zur Not in eine zusätzliche Thermoskanne umgefüllt werden.

Andere Kaffeezubereiter trennen Kaffee und Satz erst beim Ausschenken, mit einem speziellen Ausgießer. Da Wasser und Kaffeepulver so verhältnismäßig lange in direktem Kontakt bleiben, sollte das Kaffeepulver in etwa die Konsistenz von grobem Meersalz haben, damit es einerseits im Filter hängenbleibt und andererseits den Kaffee nicht zu bitter werden lässt. Beim Mokka hingegen, vom Prinzip her ebenfalls ein Direktaufguß, der wie die ursprünglichste Form des Kaffees im Ganzen aufgekocht wird, sollte der Kaffee möglichst fein gemahlen sein, da der Kaffeesatz nicht nur im Mokka oder türkischen Kaffee verbleibt, sondern mit in die Tasse geschenkt wird. Je nach Land variiert der Mokka etwas, vor allem was die Stärke, Süße und die Zugabe von Gewürzen betrifft. Ein großer Vorteil der manuellen Kaffeezubereiter ist die einfache und hygienische Reinigung der Einzelteile, die bei Kaffeemaschinen nicht ganz so direkt erfolgen kann.

Kaffee mit Druck zubereiten – Holt das Beste aus der Kaffeebohne heraus

Kaffee kochen mit Druck ist das Gegenstück zum eher langsamen Vorgang des Aufbrühens. Mit unterschiedlich hohem Druck wird das erhitzte Wasser je nach Maschinenart durch das Kaffeepulver gepresst und liefert so einen starken und aromatischen Kaffee mit der berühmten Crema. Neben Espresso aus der Siebträgermaschine, funktionieren auch die  beliebten Kaffeevollautomaten nach diesem Prinzip, ebenso wie die Portionskaffeemaschinen mit Pads und Kaffeekapseln.

Auch die in Deutschland als Espressokanne oder Espressotopf bekannte Mokka-Kanne funktioniert mit Druck, allerdings einem deutlich geringeren als er in echten Espressomaschinen genutzt wird. Daher ist das Ergebnis hier eher ein Mokka-ähnlicher Kaffee ohne Crema. Im Vergleich zu großen Maschinen ist die Kanne billiger in der Anschaffung und liefert zwar keinen traditionellen Espresso, aber dennoch einen guten, starken Kaffee, der dem Espresso sehr ähnlich ist. Bei der in Italien auch Caffettiera genannten Kanne steigt wird das erhitzte Wasser vom Kannenunterteil durch das Kaffeepulver im Trichtereinsatz in das Kannenoberteil gepresst. Wie bei allen Kaffeezubereitungen mit Druck ist der Kontakt von Wasser und Kaffeepulver relativ kurz, weshalb die Bohnen besonders fein gemahlen verwendet werden sollten.

Espressomaschine und Kaffeevollautomat: High-End Kaffee für Anspruchsvolle

Espressomaschinen oder Siebträgermaschinen sind das klassische Beispiel für die Zubereitung von Kaffee mithilfe von Druck. Auch die modernen Kaffeevollautomaten bedienen sich dieser Technik, um neben der perfekten Tasse Kaffee auch Kaffeespezialitäten wie Latte Macchiato oder Cappuccino mit nur einem Knopfdruck herzustellen. Sowohl Espressomaschinen als auch Kaffeevollautomaten sind in der Regel kostenintensiver in der Anschaffung und bedürfen einer fachgerechten Bedienung bei der Kaffeezubereitung. Dafür liefern beide ein besonders gutes Geschmacksergebnis, beim Kaffeevollautomaten sogar mit nur einem Knopfdruck.

Während beim Kaffeevollautomaten immer ein Mahlwerk integriert ist, gibt es Espressomaschinen je nach Ausführung mit und ohne Mahlwerk. Bei letzteren sollte eine zusätzliche Kaffeemühle gekauft werden, da ein optimaler Espresso nur mit frisch gemahlenen Bohnen zubereitet werden kann. Die innenliegenden Schläuche und Leitungen werden bei der Reinigung oft vergessen, da sie nur schwer zugänglich oder nur über ein Reinigungsprogramm zu säubern sind. Ein regelmäßiges Warten und Reinigen der Maschinen erspart später unschöne Überraschungen und Beeinträchtigungen beim Geschmack. Während Espressomaschinen hauptsächlich in der Gastronomie oder im Kleinformat in Privathaushalten zum Einsatz kommen, ist der Kaffeevollautomat vor allem auch in Büros beliebt.

Kaffeepadmaschine und Kapselmaschine: Kaffeevielfalt auf Knopfdruck

Die Kaffeepadmaschine und die Kapselmaschine sind zweifelsfrei die bequemste und flexibelste Art, möglichst viele verschiedene Kaffeespezialitäten ohne großen Aufwand zuzubereiten. Mit einem Pad oder einer Kapsel entsteht durch einen Knopfdruck im Handumdrehen Espresso, Ristretto und der „normale“ Kaffee Lungo mit der persönlich bevorzugten Röstung. Cappuccino, Latte Macchiato und Co. lassen sich mit Kapselmaschinen, die über einen integrierten Milchaufschäumer verfügen, ebenfalls auf Knopfdruck zubereiten. Für Büros oder Privathaushalte, die viel Wert auf Abwechslung und unkomplizierte Zubereitung legen, sind diese Portionsmaschinen genau das richtige.

Nachteil sind vor allem bei Kapselmaschinen die großen Mengen an Müll, die durch die Verwendung von Aluminiumkapseln entstehen. Während sich Kaffeepads wie normale Kaffeefilter kompostieren lassen, ist schon die Herstellung der Aluminiumkapseln alles andere als umweltfreundlich. Nach Gebrauch müssen die leeren Kaffeekapseln in der gelben Tonne entsorgt werden und sollten nicht einfach im Hausmüll landen. Im Vergleich zu Vollautomaten ist der Preis von Kaffeepadmaschine und Kapselmaschine zwar geringer, die einzelnen Portionen in Kapsel- oder Padform sind hingegen deutlich preisintensiver als lose Kaffeebohnen oder Kaffeepulver. Während in der Anfangsphase ein sogenanntes Lock-In einsetzte, also nur Kaffee derselben Marke mit der Kaffeemaschine verwendbar war, sind inzwischen auch günstigere Kapseln mit Markengeräten kompatibel und bieten vor allem preislich mehr Alternativen.

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